Was Unternehmen über die jährliche Regalprüfung nach DIN EN 15635 wissen müssen

Wie Sie Ihre Regale sicher halten, Schäden vermeiden und Stress im Arbeitsalltag reduzieren

Erfahren Sie, warum die Regalprüfung nach DIN EN 15635 und DGUV 208-061 verpflichtend ist, wie sie abläuft, welche Dokumentation erforderlich ist und worauf Unternehmen achten sollten, um Sicherheit, Produktivität und Rechtssicherheit zu gewährleisten.

Jedes Lager hat seine eigene Dynamik. Mal ruhig, mal hektisch, mal anspruchsvoll. Unabhängig davon bleibt eines konstant. Die Regale müssen zuverlässig halten. Genau hier setzt die Regalprüfung nach DIN EN 15635 und DGUV 208-061 an. Viele Unternehmen unterschätzen ihren Stellenwert, bis ein vermeintlich kleiner Schaden zu einem größeren Problem führt. Niemand möchte riskieren, dass ein Regal instabil wird, eine Palette kippt oder ein Mitarbeiter zu Schaden kommt. Dieser Beitrag zeigt, was die Prüfung beinhaltet, warum sie notwendig ist und welchen Nutzen sie für den sicheren Lagerbetrieb bietet.

Was bedeutet eigentlich Regalprüfung nach DIN EN 15635 & DGUV 208-061?

Unternehmen sind verpflichtet, Regalanlagen regelmäßig prüfen zu lassen. Die beiden wichtigsten Richtlinien dafür sind:

DIN EN 15635 Norm für den sicheren Betrieb von Regalsystemen.
DGUV 208-061 Deutsche Leitlinie und Nachfolgeregel der DGUV 108-007, die den praktischen Umgang mit Lagereinrichtungen konkret beschreibt.

Diese Vorgaben sind kein überflüssiger Formalitätenkatalog, sondern verbindliche Sicherheitsstandards, die sich aus den realen Belastungen im Lageralltag ableiten. Regale werden deutlich stärker beansprucht, als es auf den ersten Blick erscheint. Paletten werden nicht immer präzise abgesetzt, Gabelstapler streifen Bauteile, Metall verformt sich unter Last, Schrauben lockern sich und scheinbar kleine Schäden entwickeln sich im Laufe der Zeit zu ernstzunehmenden Risiken.

Warum Regale überhaupt geprüft werden müssen

Viele Schäden sind unsichtbar oder fallen im Stress des Lageralltags gar nicht erst auf. Eine verbogene Stütze sieht harmlos aus, kann aber die gesamte Traglast reduzieren. Ein fehlender Sicherungsstift scheint unwichtig, bis der Träger oder die Traverse ausgehebelt wird.
Durch die Regalprüfung nach DIN EN 15635 & DGUV 208-061 (ehemals DGUV Regel 108-007) werden solche Risiken früh erkannt. Das sorgt für:

  • Mehr Sicherheit für Mitarbeiter
  • Weniger Unfälle
  • Verhindern von Sperrungen von Regalen
  • Erhaltung der Lagerkapazität bzw. Palettenplätze
  • Längere Lebensdauer der gesamten Anlage
  • Rechtliche Absicherung gegenüber Berufsgenossenschaft und Versicherung

Ein gut geplantes Lager ist nicht nur effizient, sondern schafft auch ein sicheres Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden.

regalprüfung nach din en 15635 Prüfplakette mit nächstem Prüftermin

Wer darf eine Regalprüfung durchführen?

Hier gibt es klare Regeln. Nur sogenannte befähigte Personen dürfen die Prüfung durchführen. Das sind speziell geschulte Fachkräfte, die genau wissen, worauf sie achten müssen. Sie erkennen schon kleine Veränderungen, die für Laien unsichtbar sind.

Wie oft muss die Regalprüfung nach DIN EN 15635 & DGUV 208-061 stattfinden?

Die Regeln sind klar. Die Häufigkeit richtet sich nach der Nutzung und den Vorgaben der Richtlinien. Es gibt drei Ebenen:

1

Täglich

Intern durch Mitarbeiter. Sie prüfen, ob sichtbare Schäden, lose Teile oder andere Unregelmäßigkeiten am Regal auftreten.

2

Wöchentlich

Ebenfalls intern. Hier wird das Regal genauer bewertet, besonders an Bereichen mit hoher Belastung und häufigem Staplerverkehr.

3

Jährlich

Durch eine befähigte Person. Sie dokumentiert den Zustand vollständig, bewertet Risiken und empfiehlt notwendige Reparaturen oder Austausch.

Jedes Unternehmen sollte diese drei Stufen ernst nehmen. Sie ergänzen sich und verhindern, dass Schäden übersehen werden.

Wie läuft eine professionelle Regalprüfung ab?

1. Bestandsaufnahme

Der Prüfer verschafft sich einen Überblick über die Regalsysteme, Belastungen und den allgemeinen Zustand.

2. Sichtkontrolle aller Bauteile

Hier wird nichts ausgelassen. Typische Prüfpunkte sind unter anderem:

  • Stützen
  • Diagonalverstrebungen
  • Träger
  • Sicherungsstifte
  • Anfahrschutz
  • Fachlastschilder
  • Abstandshalter
  • Fußplatten
  • Bodenverankerung

3. Bewertung nach Ampelsystem

Grün: Alles in Ordnung.

Orange: Schaden vorhanden, aber nicht akut. Muss innerhalb eines festgelegten Zeitraums repariert werden.

Rot: Akute Gefahr. Regal sofort sperren und Schaden beheben.

4. Dokumentation

Am Ende erhalten Sie einen Prüfbericht, der im Unternehmen archiviert werden muss. Er beinhaltet Schäden, Fotos, Prioritäten und Empfehlungen.

Häufige Schäden, die bei Regalprüfungen entdeckt werden:

Gerade in stressigen Lagern häufen sich bestimmte Schadensbilder. Die meisten sind vermeidbar, aber sie treten regelmäßig auf:

  • Verbogene Stützen
  • Eingedrückte Diagonalstreben
  • Fehlende Sicherungsstifte
  • Lose Schrauben
  • Anfahrschäden durch Stapler
  • Überlastete Fächer
  • Falsche Einlagerung der Ladungsträger
  • Defekte Fußplatten
  • Verschlissene Schutzsysteme

Oft beginnt es mit einer Kleinigkeit. Ein Fahrer rutscht ab und trifft die Stütze leicht. Niemand merkt etwas. Beim nächsten Schlag wird sie instabil. Genau deshalb sind regelmäßige Prüfungen so wichtig.

Wie Unternehmen Risiken reduzieren können:

Unternehmen können Risiken im Lager deutlich reduzieren, wenn grundlegende Maßnahmen konsequent umgesetzt werden. Ein hochwertiger Anfahrschutz verhindert viele typische Beschädigungen, da Regale häufiger als erwartet mit Staplern und anderen Flurförderzeugen in Kontakt kommen. Gut geschulte Mitarbeiter tragen ebenfalls wesentlich zur Sicherheit bei, denn ein Großteil der Schäden entsteht durch unsaubere oder fehlerhafte Paletteneinlagerungen. Auch aktuell gehaltene und gut sichtbare Lastschilder sind wichtig, damit Traglasten korrekt eingehalten werden. Ein aufgeräumtes Lager reduziert das Risiko zusätzlich, weil weniger Hindernisse, Engstellen und Stolperbereiche vorhanden sind. Nicht zuletzt spielt die Dokumentation eine entscheidende Rolle. Im Schadensfall hängt es häufig von vollständigen Unterlagen ab, ob Versicherungen Leistungen erbringen.

Neben den verpflichtenden Prüfungen ist es sinnvoll, interne Abläufe so zu gestalten, dass potenzielle Schäden frühzeitig erkannt werden. Regelmäßige Rundgänge durch verantwortliche Personen, kurze Abstimmungen zwischen Schichten und einfache Meldesysteme für Auffälligkeiten erhöhen die Sicherheit deutlich. Wenn Mitarbeiter Auffälligkeiten jederzeit unkompliziert melden können, bleiben Risiken nicht unentdeckt. So entsteht ein Lagerbetrieb, in dem Sicherheit nicht nur formell verankert ist, sondern aktiv gelebt wird.

Regelmäßige Regalprüfungen bieten Unternehmen klare Vorteile, weil Schäden frühzeitig erkannt und größere Ausfälle verhindert werden. Ein gesperrtes Regalfach oder eine instabile Konstruktion kann komplette Abläufe beeinträchtigen und hohe Kosten verursachen. Bei konsequent durchgeführten Prüfungen sinken sowohl Reparaturkosten als auch das Risiko schwerer Unfälle, da potenzielle Gefahren rechtzeitig sichtbar werden. Gleichzeitig verlängert sich die Lebensdauer der gesamten Regalanlage, weil Verschleißstellen nicht über längere Zeit unbemerkt bleiben. Auch im Schadensfall sind Unternehmen besser abgesichert, denn eine lückenlose Dokumentation und nachweisbare Prüfintervalle stärken die Position gegenüber Versicherungen und Berufsgenossenschaften.

FAQ zur Regalprüfung nach DIN EN 15635 & DGUV 208-061

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Regalprüfung nach DIN EN 15635 und DGUV Information 208-061. Wir erklären, wer prüfen darf, wie oft Prüfungen vorgeschrieben sind und was bei Mängeln zu tun ist.

Nach DIN EN 15635 und DGUV Information 208-061 ist eine jährliche Regalprüfung durch eine befähigte Person Pflicht. Zusätzlich sollten regelmäßige Sichtkontrollen durch geschultes Betriebspersonal erfolgen.
Weitere Informationen für Unternehmen finden Sie auf der Website der DGUV.

Ja, Regalprüfungen können im laufenden Betrieb durchgeführt werden. Der Ablauf wird individuell mit Ihnen abgestimmt, um Ihre Prozesse nicht zu stören.

Ja. Die Normen und die DGUV machen sie verpflichtend für alle Unternehmen mit Regalanlagen.

Die Kosten hängen von der Größe der Anlage ab. In der Regel einige hundert Euro. Bei großen Lagern auch mehr. Wir machen Ihnen gerne unverbindlich ein persönliches Angebot.

Ja. Für die jährliche Expertenprüfung benötigen Sie eine befähigte, externe Person oder einen zertifizierten Dienstleister.

Je nach Größe zwischen einer Stunde und mehreren Stunden. Große Lager brauchen entsprechend mehr Zeit.

Ja, alle gewerblich genutzten ortsfesten Regale aus Stahl müssen geprüft werden. Dazu zählen Palettenregale, Fachbodenregale, Kragarmregale, Einfahrregale, Verschieberegalanlagen, Durchlaufregale und Mehrgeschossanlagen.

Die betroffenen Regale müssen sofort entlastet und gesperrt werden. Anschließend ist eine zügige Reparatur oder Instandsetzung erforderlich. Auf Wunsch unterstützen wir direkt mit Ersatzteilen und Reparaturservice.

Fazit: Verlässliche Regaltechnik schützt Mitarbeiter und Abläufe

Eine sorgfältige Regalprüfung ist weit mehr als ein Pflichttermin. Sie schützt Mitarbeiter, verhindert kostspielige Ausfälle und bringt Klarheit in einen Bereich, der oft unterschätzt wird. Wer Prüfintervalle einhält, Schäden dokumentiert und sein Team schult, schafft ein stabiles Fundament für einen sicheren Lagerbetrieb. Je besser die Abläufe organisiert sind, desto leichter lassen sich Risiken vermeiden und desto zuverlässiger bleibt die gesamte Anlage im täglichen Einsatz.

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